Ponte Legna · Altstadt von Genua

Sechs Zimmer. Sechs Geschichten.
Eine Seele: das authentischste Genua.

Manche Orte besucht man. Andere lebt man.

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Covo dei Caruggi entsteht im Herzen der Altstadt von Genua, im antiken Viertel Ponte Legna, wo sich seit Jahrhunderten Kaufleute, Seeleute, Pilger und Reisende aus dem gesamten Mittelmeerraum und der Welt begegneten. Heute heißen dieselben Räume jene willkommen, die eine authentische Stadt abseits konventioneller Wege entdecken möchten.

Die sechs Zimmer sind nicht einfach Räume, sondern Geschichten zum Bewohnen. Jedes bewahrt reale Spuren seiner Vergangenheit und bietet ein anderes Erlebnis, aufgebaut auf den Zeugnissen, die während der langen, sorgfältigen Restaurierung zum Vorschein kamen.

Das Reederzimmer, mit Blick auf das alte Meer, empfängt seine Gäste mit einer freistehenden Badewanne und kostbaren Anklängen an die Levante. Bereits am Eingang führt der Korridor ein wiederkehrendes Symbol ein, einen roten Faden: eine uralte Welle, die zum Auge wird, Sinnbild der Kontrolle über das Meer und den Hafenhandel. Daneben erzählen elegante orientalische Blumenmotive von einer nur wenigen bekannten Kultur.

Das Lagerhaus der Handelsrouten bewahrt eine der überraschendsten Entdeckungen der Restaurierung: im Inneren des alten Kamins kamen Manuskripte und Fragmente englischsprachiger Handelszeitungen zum Vorschein, die von den intensiven Handelsbeziehungen mit der Neuen Welt bis nach New York zeugen.

Das Wächterzimmer erzählt hingegen vom Alltag jener, die die Zugänge des Gebäudes bewachten. Hier spielten die Wächter in ihren Pausen „tela", ein altes Volksspiel, ohne dabei je die Kontrolle über das Eingangstor und den ständigen Durchgang von Menschen und Waren zu verlieren.

Das Zimmer des Alten Hafens blickt auf die antiken Wege des Wassers und des mittelalterlichen Hafens. Sichtbar belassene Backsteinbögen, alte zugemauerte Fenster und Spuren der Jahrhunderte aufeinanderfolgenden Transformationen erzählen eine Geschichte fortwährender Anpassung, Schichtung und Wiedergeburt.

Das Säulenzimmer wird von einer antiken, zentralen Steinsäule beherrscht, die vier elegante Kreuzgewölbe trägt. An den Wänden sind noch die ursprünglichen Blöcke aus dunklem, lokalem Stein lesbar, von mittelalterlichen Baumeistern handgearbeitet — greifbare Erinnerung an das älteste Genua.

Schließlich bewahrt das Zementfliesenzimmer eines der kostbarsten Details des gesamten Komplexes: einen dekorierten Terrazzoboden und antike Zementfliesen aus dem späten 19. Jahrhundert, die während der Restaurierungsarbeiten geborgen und an einigen Stellen des Bodens als konkretes Zeugnis der Geschichte des Gebäudes wieder verlegt wurden.

Der gesamte Komplex wurde von Ing. Alessandro De Bastiani nach einem präzisen Prinzip entworfen und restauriert: bewahren, noch bevor man ersetzt.

Jeder Eingriff wurde konzipiert, um das zur Geltung zu bringen, was die Zeit verborgen hatte. Die absolute Protagonistin ist der Kalk, ein antikes und edles Material, verwendet sowohl in den bewusst sichtbar belassenen Putzflächen als auch in den Rasuren, die mit der traditionellen Technik des „geglätteten Kalks" (calce schiacciata) ausgeführt wurden — fähig, durchgehende Oberflächen zu schaffen, die an die Materialität eines fugenlosen Steinzeugs erinnern.

Böden, Wände und Türen teilen sich bewusst denselben neutralen Farbton und schaffen so wesentliche, zeitlose Räume. Es sind die Stoffe, die Möbel und die farblichen Details, in jedem Zimmer unterschiedlich, die die Identität jedes Raumes definieren und stets neue Emotionen schenken.

Denn in Genua zu restaurieren bedeutet nicht nur, ein Gebäude wiederzugewinnen.
Es bedeutet, zuzuhören, was die Mauern noch zu erzählen haben.

Diese Räume, die seit Jahrhunderten Menschen aus aller Welt beherbergten, möchten dies auch heute weiter tun und ihren Gästen nicht nur einen Aufenthalt bieten, sondern die Erfahrung, das wahrste Genua zu leben.

Covo dei Caruggi ist eine Reise in die Erinnerung der Stadt.
Ein Ort, an dem die Vergangenheit nicht rekonstruiert, sondern einfach wieder ans Licht gebracht wurde.
Denn Ponte Legna ist nicht nur ein antiker Name: Es ist ein Teil der Geschichte Genuas, der langsam wieder beginnt, sich selbst zu erzählen.

Die Zimmer

Sechs Zimmer, sechs Geschichten zum Bewohnen

Jedes Zimmer bewahrt reale Spuren seiner Vergangenheit.

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